100 Jahre HANSA
100 Jahre HANSA – wir spenden: 10.000 Euro für die ARCHE in Hamburg
Ein Ort, an dem Kinder einfach Kinder sein dürfen
Gemeinschaft und Zusammenhalt prägen uns als Genossenschaft. Und genau diese Werte stehen auch im Mittelpunkt unseres 100-jährigen Jubiläums. Wir sind füreinander da – innerhalb der Genossenschaft, aber auch für Menschen außerhalb. Deshalb ergänzen wir die Mitgliederaktivitäten in unseren Wohnanlagen um einen besonderen Baustein: 100 Jahre HANSA – das ist auch ein Anlass zu spenden. Insgesamt 30.000 Euro, verteilt auf drei Organisationen in Hamburg.
Im April haben wir den zweiten Spendenscheck in Höhe von 10.000 Euro übergeben, dieser ging an die ARCHE. Das Besondere an dieser Spende: Sie fließt gezielt in die ARCHE-Standorte in Billstedt und Jenfeld. Genau dort, wo wir als HANSA mit vielen Wohnungen vor Ort sind. Am ARCHE-Standort in Jenfeld führten uns Tobias Lucht, Leiter der ARCHE Hamburg, sowie Nina Rademacher vom Freundeskreis Die ARCHE Hamburg durch die Räumlichkeiten.
Schon beim Ankommen wird deutlich, dass die ARCHE mehr ist als ein Angebot für Kinder – hier wird Gemeinschaft gelebt. Bevor wir unseren Rundgang starten, nimmt sich Herr Lucht Zeit, von den Anfängen der ARCHE in Hamburg zu erzählen: Vor rund 20 Jahren wurde sie in Jenfeld gegründet – ausgelöst durch ein Ereignis, das bis heute nachwirkt. Ganz in der Nähe des heutigen Standorts lebte damals ein siebenjähriges Mädchen, das zu Hause verhungerte. Ein Schicksal, das damals durch die Medien ging und uns noch immer sprachlos macht. Und das zugleich der Ausgangspunkt für eine Arbeit wurde, die Kindern Schutz, Aufmerksamkeit und Perspektiven geben will.
Mit diesen Gedanken beginnen wir unseren Rundgang im Essenssaal. Tische und Stühle füllen den Raum, rund 80 Kinder finden hier Platz. Große, bodentiefe Fenster lassen viel Licht herein, farbige Scheiben schaffen eine warme, kindgerechte Atmosphäre. Nichts erinnert hier an eine anonyme Kantine – vielmehr an einen Ort, an dem man gerne ankommt. Täglich essen hier bis zu 60 Kinder zu Mittag, zweimal pro Woche gibt es zusätzlich ein Abendessen. Ab 13 Uhr, wenn die Schule endet, füllt sich der Raum. Viele Kinder kommen ganz bewusst hierher, obwohl sie auch das Ganztagsangebot in der Schule besuchen könnten. Sie entscheiden sich für die ARCHE.
Was diesen Ort ausmacht, sind vor allem die Menschen. Die Mitarbeitenden sind feste Bezugspersonen, hören zu und nehmen sich Zeit. Sie vermitteln den Kindern etwas, das für sie oft keine Selbstverständlichkeit ist: Wertschätzung. Manche Kinder hören hier zum ersten Mal Sätze wie „Schön, dass du da bist“ oder „Schön, dich zu sehen“. Viele Kinder kommen zunächst allein – Eltern oder andere Bezugspersonen lernen die Mitarbeitenden oft erst später kennen – bewusst niedrigschwellig. Dieser offene Ansatz erinnert uns daran, wie wichtig es ist, Barrieren abzubauen und Zugänge zu ermöglichen. Ein Gedanke, der auch unsere Arbeit als Genossenschaft prägt.
In Jenfeld richtet sich das Angebot an Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren, zusätzlich gibt es eine separate Einrichtung für Jugendliche ab 13. Die Unterstützung wächst mit den Kindern mit, orientiert sich an ihren jeweiligen Lebensphasen und Herausforderungen. Auch das entspricht unserem genossenschaftlichen Verständnis: Menschen langfristig begleiten – nicht nur punktuell helfen.
Unsere nächste Station ist ein Raum mit Bühne und Stuhlreihen. Auf der Bühne steht ein thronähnlicher Sessel. Hier finden Aufführungen statt – und Geburtstagsfeiern. Für manche Kinder ist es das erste Mal, dass ihr Geburtstag wirklich Aufmerksamkeit bekommt. Während wir diesen Gedanken noch wirken lassen, erzählt Herr Lucht eine Geschichte, die uns sehr berührt: Ein Familienmitglied eines Kindes hatte ein Jahr lang die Wohnung nicht verlassen. Ein von den ARCHE-Kindern selbst geschriebenes und inszeniertes Theaterstück gab schließlich den Anlass, wieder den Schritt nach draußen zu wagen und gemeinsam mit der Familie den Auftritt des Sohnes zu besuchen. Eine Geschichte, die zeigt, wie viel Veränderung möglich ist, wenn Menschen sich sicher fühlen.
Anschließend gehen wir hoch ins erste Obergeschoss. Im Treppenhaus fallen uns liebevoll gestaltete Holz-Puzzlestücke auf, bemalt von den Kindern. Sie wirken wie ein stilles Symbol für das, was hier Tag für Tag entsteht: viele Einzelne, die zusammen ein Ganzes bilden.
Im 1. OG öffnen sich weitere Räume: ein Bewegungsraum mit Mattenlandschaft, Tischkicker und Tischtennisplatte, ein Bastelraum und ein Spielraum mit Kaufmannsladen, Puppenwagen und vielem mehr. Die Kinder können sich bewegen, kreativ sein, spielen. Wo viele Kinder zusammenkommen, entstehen natürlich auch manchmal Konflikte. Das ARCHE-Team begleitet diese Situationen professionell, setzt klare Regeln und gibt Orientierung.
Im 1. OG befindet sich außerdem ein Raum, in dem die Hausaufgaben gemacht werden können. Hier werden die Kinder von Ehrenamtlichen begleitet, die einen klaren Ansatz verfolgen: Kinder so anzunehmen, wie sie sind. Auch dann, wenn sie nicht reibungslos ins System passen. Herr Lucht berichtet von einem Kind, das zuletzt nur noch eine Stunde pro Woche zur Schule gehen konnte. Mehr war nicht möglich. Trotzdem wurde gemeinsam weiter gelernt, drangeblieben, unterstützt. Heute steht der Übergang in die fünfte Klasse bevor und alle blicken optimistisch in die Zukunft.
Die Arbeit der ARCHE wäre ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer nicht möglich. Finanziert wird sie ausschließlich über Spenden. Weil das Angebot in Jenfeld so gut angenommen wird und der Bedarf in anderen Stadtteilen groß ist, gibt es inzwischen weitere Standorte in Billstedt und Harburg.
Die Unterstützung reicht dabei weit über den Alltag hinaus und ist so vielseitig wie das Leben: Essensangebote, Aufenthaltsmöglichkeiten, Hausaufgabenhilfe – und bei Bedarf auch mal ganz praktische Hilfe, etwa bei Wohnungsrenovierungen oder bei der Einrichtung in Kooperation mit DER HAFEN HILFT!. Die ARCHE veranstaltet außerdem Feste, Ausflüge und sogar Reisen. Was all diese Angebote verbindet, ist ein klarer Fokus: Im Zentrum stehen die Kinder.
Für uns als HANSA zeigt der Besuch in der ARCHE eindrücklich, wie wichtig Orte sind, die Halt geben. Orte, an denen Verantwortung übernommen wird – füreinander und für die Zukunft. Genau dort entsteht das, was auch unsere Arbeit leitet: Gemeinschaft.
Sie möchten helfen? Die ARCHE in Hamburg ist immer offen für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Und natürlich hilft auch jede Spende.
Weitere Informationen findet Ihr unter www.freundeskreis-arche-hh.de.

Jana Kilian vom Vorstandsteam und Marlene Schnur aus dem Marketing überreichen Tobias Lucht, Leiter der ARCHE Hamburg, sowie Nina Rademacher vom Freundeskreis Die ARCHE Hamburg den Spendenscheck.

Große Bühne, nicht nur für Aufführungen: An Geburtstagen sitzt hier das Geburtstagskind auf dem Thron feiert gemeinsam mit den anderen Kindern und den Mitarbeitenden.

Aus individuell wird Gemeinschaft.

Im Spielraum kommt keine Langeweile auf.

Zeit und Platz zum Toben.

